Festival 2014

Protokoll Vorbereitungsplenum “Festival gegen Rassismus“ vom 22.5.2014

Moderation: X

Anwesende: X

1.) Zusammenfassung des letzten Plenums vom 8.5.2014 (Protokoll dazu wird demnächst über den Verteiler verschickt)

  • Im Kern wurde am 8.5. darüber diskutiert, ob das Festival angesichts der Absage einiger Aktiver und Gruppen (u.a. Bündnis gegen Rassismus) noch stattfinden könne. Für die Durchführung würden ca. 30 aktive Menschen benötigt, was noch nicht erreicht sei. Einige AGs hätten bereits gearbeitet (u.a. Bühnen-AG, Infrastruktur-AG, Inhalts-AG, Finanz-AG), würden aber teilweise noch mehr Aktive brauchen. Angesichts verschiedener Formen/Ebenen von Differenzen von in die Vorbereitung involvierten Gruppen/Menschen wurde ein nochmaliger Aufruf gestartet, um am 22.5. endgültig zu entscheiden, ob das Festival stattfinden könne oder nicht.

2.) Austausch/Debatte, ob Festival stattfindet

Im weiteren Verlauf des Plenums wurde im Wesentlichen darüber diskutiert, ob das Festival stattfinden solle/könne oder auch nicht. Damit im Zusammenhang stand die zentrale Frage, wie eine Alternative aussieht, d.h. was stattdessen geschehen solle. Innerhalb des Austausches wurde deutlich, dass eine Mehrheit für eine Pausierung plädiert, da es zu viele Differenzen1 gebe. Damit findet das Festival im August 2014 nicht statt. Die Pausierung sollte jedoch genutzt werden, um die genannten Differenzen zu thematisieren und zu reflektieren – als eine notwendige Voraussetzung für ein mögliches drittes Festival im Jahr 2015. Deutlich wurde auch, dass es von den anwesenden Gruppen/Menschen grundsätzlich eine deutliche Unterstützung für ein Festival gibt und damit auch ein klares Anliegen, dass perspektivisch eines stattfindet (Im Folgenden der Versuch, verschiedene Statements/Anmerkungen/Diskussionspunkte der Anwesenden zu bündeln – ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)

Kontra-Argumente

  • Festival sollte nicht stattfinden, da es zu viele Differenzen hinsichtlich des Inhaltes aber auch Anspruches an das Festival gebe, womit vor allem ein diskriminierungsfreier Umgang innerhalb der Vorbereitungsgruppe/Plenum aber auch während des Festivals gemeint war. Diese Differenzen sollten in den kommenden Wochen und Monaten reflektiert werden, um dann möglicherweise ein drittes Festival im Jahre 2015 durchzuführen.

  • Der Umgang untereinander, d.h. in der Vorbereitungsgruppe/Plenum, solle unbedingt thematisiert und reflektiert werden, da dies großen Einfluss auf die Motivation aller Beteiligten habe, die derzeit schlicht nicht gegebenen sei (s.u.).

Pro-Argumente

  • Festival sollte stattfinden, da ansonsten eine Zersplitterung der Aktiven drohe.

  • Festival sollte stattfinden, da damit ein klares politisches Signal gesetzt würde.

  • Inhaltliche Differenzen würde es immer geben und habe es auch schon in der Vergangenheit gegeben, weshalb ein erneutes Festival auch möglich sei. Bündnisse seien zudem immer heterogen.

Alternativvorschlag zum Festival

  • Es wurde der Vorschlag geäußert, die genannten Differenzen als Pluralität innerhalb des Plenums anzusehen und nach außen auch hervorzuheben. Konkret: Festival nicht in gewohnter Form stattfinden lassen, sondern als eine Art Workcamp, das offen ist, und innerhalb dessen dann die verschiedenen Differenzen thematisiert und diskutiert werden könnten als allgemeine Grundlage zum Thema “Wie weiter im Kampf gegen Rassismus?“.

3.) Rahmenbedingungen für weitere Treffen und Ideen/Wünsche, die geäußert wurden

Neben den folgenden Punkten wurden vereinzelt auch Bedenken gegen Reflexionsprozesse in Form weiterer Treffen geäußert, da ein Konsens nicht möglich sei und bereits in der Vergangenheit viel diskutiert wurde ohne greifbares Ergebnis.

  • Da es bereits im Zusammenhang der Auswertung des letzten Festival gegen Rassismus verschiedene Diskussions- und Konfliktpunkte gegeben habe, sei Kontinuität – d.h. die regelmäßige Teilnahme von Gruppen/Menschen an den Treffen und das Einhalten von Absprachen – Voraussetzung für weitere Reflexionen/inhaltliche Auseinandersetzungen. Dies habe nach dem 2. Festival nicht gut funktioniert: einige Gruppen/Menschen seien bspw. einfach ferngeblieben, ohne sich “abzumelden“ bzw. überhaupt eine Rückmeldung zu geben.

  • Das Plenum wurde teils als widersprüchlich agierend wahrgenommen: auf der einen Seite sei Kritik explizit gewünscht, auf der anderen Seite sei in der Vergangenheit Kritik nicht ernst genommen worden. Kritik ernstnehmen, zulassen und zuhören seien daher zentrale Voraussetzungen für weitere Treffen. Reflexion bedeute dabei nicht in erster Linie, abstrakt Inhalte zu besprechen, sondern das eigene Involviertsein in Machtverhältnisse, d.h. eigenes (mögliches) diskriminierendes Verhalten zu reflektieren.

  • Es sollten auch die Gruppen/Menschen kontaktiert und mit einbezogen werden, die (nach dem ersten und/oder zweiten Festival) abgesprungen sind, damit deren Positionen Eingang in die Reflexion finden würde und sie eingebunden werden könnten.

  • Die Differenzen sollten klar angesprochen werden, um sie reflektieren und daraus “Schlussfolgerungen“ ziehen zu können. Außerdem würden die neu in das Plenum Gekommenen diese teils auch gar nicht kennen, was aber wichtig wäre für die weitere Zusammenarbeit.

  • Grundlegend sei ein respektvoller und wertschätzender Umgang und dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen würden für das eigene Verhalten – wie bspw. für diskriminierende Sprache.

  • Angesichts der verschiedenen Ebenen von Differenzen (u.a. politische und persönliche) wurde angeregt, zunächst auf einer eher strukturell-inhaltlichen Ebene Differenzen zu reflektieren, um dann an eher persönliche heranzukommen.

  • Vereinzelt wurden Bedenken gegen die Reflexion persönlicher Differenzen formuliert, da dies eine psychologisch-therapeutische Ebene sei und nicht in ein Plenum gehöre – dagegen stand die Ansicht, dass diese Ebenen zusammengehörten bzw. nicht zu trennen seien.

Mögliche weitere Arbeitsformen

  • Wichtig sei eine gute Vorbereitung der kommenden Plena

  • Rotation der Örtlichkeiten für das Plenum, um andere Gruppen kennenzulernen und mehr Offenheit und Dynamik in das Plenum hineinzubringen.

  • Neben regelmäßigen weiteren Treffen wurde angeregt, ein Wochenende intensiv zu arbeiten i.S. eines Workshops und abends eine Party zu organisieren.

  • Es wurde angeregt, sich für verschiedene Sitzungen verschiedene Themen (bspw. verschiedene Machtverhältnisse) vorzunehmen.

  • Es wurde darüber diskutiert, inwiefern weitere regelmäßige Treffen “öffentlich“ oder eher “intern“ sein sollten. Für Ersteres spreche eine größere Dynamik, für Letzteres die Gruppengröße.

  • Schließlich wurde angeregt, eine für alle offene Vorbereitungsgruppe zu bilden, die weitere Plena gut vorbereitet.

4) Weiteres Vorgehen

  • Es wurde eine Inhalte-AG gebildet, die das nächste Plenum vorbereitet. Von den Anwesenden sind dabei: X. Weitere Menschen sind natürlich herzlich willkommen! Vorbereitungstreffen dieser Gruppe ist Donnerstag (Himmelfahrt), 29.5., 21:00 bei Allmende.


1Diese wurden nicht weiter konkretisiert und diskutiert. Deutlich wurde aber, dass es verschiedene Ebenen und Aspekte sind: Macht- und Repräsentationsverhältnisse des Plenums und damit im Zusammenhang persönliche Verletzungen, Konflikte und Diskriminierungen; inhaltliche Kontroversen über die Ausrichtung des Festivals; Umgang mit stattgefundenen Diskriminierungen im Rahmen der vergangenen beiden Festivals.

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