Das 2. Fest zur Umbenennung der Berliner “M.-Straße” am 23. August 2015

Wir treffen uns am 23. August 2015 um 14 Uhr am U-Bahnhof „M-Straße“


Am 23. August 2015, dem Internationalen Tag zur Erinnerung an den Handel mit Versklavten und an seine Abschaffung, veranstalten wir in Berlin-Mitte das 2. Fest zur Umbenennung der Berliner “M.-Straße”.

Straßennamen als Teil unseres Alltags sind ein wichtiger Ausdruck dessen, was als erinnerungswürdig gehandelt wird und was nicht. Was als „gemeinsame“ Geschichte angesehen wird und was nicht. Dieses „gemeinsam“ schließt allerdings nicht alle Menschen ein, mehr noch: kolonialrassistische Bezeichnungen werden aufrechterhalten, verharmlost und Schwarze Menschen und People of Color weiter diskriminiert!

Paradebeispiel ist die M*straße in Berlin-Mitte! Das Wort „Mohr“ ist die älteste diskriminierende Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen. Es kommt unter anderem aus dem griechischen und steht für „dumm“, „töricht“ und „gottlos“. Ursprünglich wurde das Wort für nicht-christliche Nordafrikaner_innen gebraucht. Dies änderte sich jedoch bereits im 18. Jahrhundert und der Begriff wurde gleichbedeutend mit dem ebenfalls rassistischen N*-Wort. Beide Begriffe dienten seit je her dazu, die Menschheit nach den „Rassenideologien“ in Gruppen zu teilen und Schwarze Menschen abzuwerten. In diesem Zusammenhang wurden die Bezeichnungen stets diskriminierend gebraucht.

In der Berliner M*straße waren ab dem frühen 18. Jahrhundert mehrere hundert Versklavte einquartiert, die dem König Friedrich Wilhelm I. am Hofe dienen mussten. Sie wurden in dessen Auftrag aus Westafrika verschleppt.

Die Verbände der Black Community fordern daher seit Jahren die längst überfällige Umbenennung dieser Straße! Wir wollen am Internationalen Tag zur Erinnerung an den Versklavtenhandel und seine Abschaffung zusammenkommen, um die Umbenennung zu fordern und gleichzeitig an die Revolte der versklavten Menschen zu gedenken, die am 23. August 1791 in Santo Domingo (heutiges Haiti) begann. Sie trug maßgeblich zur Abschaffung des Versklavtenhandels bei.

Wir fordern, dass die Straße in Zukunft eine Persönlichkeit des afrikanischen Widerstands gegen Kolonialismus und Rassismus – wie zum Beispiel Nelson Mandela oder Anton Wilhelm Amo – ehrt. Die Umbenennung soll im Stadtraum und im gleichnamigen U-Bahnhof ausführlich erklärt und historisch kontextualisiert werden.

Berlin-Brandenburgs Deportation von fast 20 000 Kindern, Frauen und Männern in die amerikanische Plantagensklaverei sowie die Entführung so genannter „Hof- und Kammer-M.“ nach Berlin dürfen nicht länger verschwiegen werden! Die Beibehaltung des Straßennamens gegen den erklärten Willen der Bezeichneten ist nicht hinnehmbar und zeugt von der anhaltenden Diskriminierung Schwarzer Menschen vor Ort!

Wir treffen uns am 23. August 2015 um 14 Uhr am U-Bahnhof „M-Straße“

Das Decolonize-Mitte Bündnis

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