Statement: Nicht mal vor einer Trauerfeier machen sie halt. Zum Tod von Sista Mimi und den Festnahmen von Bewohnern der GHS

13.12.2014

Statement zum Tod von Sista Mimi und den Festnahmen von Bewohnern der Gerhart-Hauptmann-Schule

Nicht mal vor einer Trauerfeier machen sie halt

Wir sind entsetzt und wütend über die jüngsten Ereignisse rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) und verurteilen das Vorgehen vom Kreuzberger Bezirksamt und der Berliner Polizei aufs Schärfste.

Am Morgen des 10.12.14, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, drangen Polizei und Bezirksamt ohne Absprache oder Vorankündigung um 5 Uhr morgens in die GHS in der Ohlauer Straße ein. Mit Gewalt brach die Polizei Türen zu Schlafräumen auf, verwüstete die Zimmer der Bewohner*innen und verhaftete 3 Menschen aus dem Bett heraus. Vorwand für die Begehung war eine Brandschutzkontrolle, die vom Bezirksamt angeordnet und durchgeführt wurde. Wir vermuten, dass die Brandschutzbegehung vornehmlich dazu diente, die dort lebenden Menschen einzuschüchtern, die Verhaftungen durchzuführen und um mögliche Gründe für eine Räumung zu (er-)finden.
Wenn es sich nur um eine Brandschutzbegehung handelt, warum wurden die Bewohnenden im Vorfeld nicht über diese informiert? Warum fand sie um 5 Uhr morgens und unter Einsatz massiver Gewalt und Polizeipräsenz statt?

Am Morgen des 11.12.14 übertraf sich die Berliner Polizei an Dreistigkeit und Respektlosigkeit: Bei der Trauerfeier für die Aktivistin und Freundin Sista Mimi vor der Gerhart-Hauptmann-Schule blockierte die Polizei den Bürgersteig und erlaubte den ersten Trauernden zunächst nicht einmal vor die Schule zu treten, um für Sista Mimi Blumen oder Kerzen niederzulegen. Dieses Verhalten ist widerlich. Die gesamte Feier über hielt es die Polizei nicht für nötig, respektvollen Abstand zu den Trauernden zu halten. Während des gemeinsamen Gedenkens verhaftete die Polizei einen weiteren Bewohner der Schule, als er von seiner Mitkämpferin Abschied nehmen wollte. Nicht mal vor einer Trauerfeier machen sie halt.

Die Polizei nimmt gezielt Bewohner*innen fest, um den Protest der Geflüchteten weiter zu kriminalisieren und durch massive Einschüchterungen zu schwächen.

Das lassen wir nicht zu. Mit Trauer und Wut gehen wir auf die Straße, um Sista Mimi zu gedenken und zusammenzuhalten.
Treffpunkt des Gedenkmarsches ist am Samstag 13. Dezember 2014 um 14h am Oranienplatz.

„Equal Rights and Justice – we say we never stop to fight for it. We keep doing this and we will never stop. Peace!“
(Sista Mimi in THE FREEUGEE MOVEMENT – The Calling)

Bündnis gegen Rassismus

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