Umbenennung des Kurfürstendamms Ecke Joachimsthaler Straße in Mehmet-Kubaşıkdamm Ecke Keupstraße 4.11.2014 um 17.30 Uhr

Kommt zur bundesweiten Aktion: Einladung zur Straßenumbenennung in Gedenken an Mehmet Kubaşık und den Nagelbombenanschlag in der Keupstraße.

Umbenennung des Kurfürstendamms Ecke Joachimsthaler Straße
in Mehmet-Kubaşıkdamm Ecke Keupstraße
4.11.2014 um 17.30 Uhr

Am 4. November werden bundesweit Straßen in Gedenken an Enver Şimşek,
Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut,
İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und
Michèle Kiesewetter sowie an die Bombenanschläge in der Kölner
Probsteigasse und der Keupstraße umbenannt.

Der 4. November gilt als der Tag der Selbstenttarnung des NSU. Damit die
öffentliche Wahrnehmung nicht wieder auf den NSU und somit auf die
Täter_innen gerichtet sein wird, werden Straßen umbenannt, um
Solidarität mit den mehr als 30 Nebenkläger_innen im NSU-Prozess und den
Angehörigen der Opfer zu zeigen.

Denn der 4. November stellt nicht ein Ende des NSU dar. Vielmehr steht
dieser Tag für den Anfang einer bisher kaum stattgefundenen
gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Hätte die Selbstenttarnung nicht
stattgefunden, wären die Betroffenen bis heute noch nicht von der
Verdächtigung der deutschen Behörden befreit und als Opfer rassistischer
Gewalt anerkannt worden. Bis zum heutigen Tag jedoch hat in keiner Stadt
ein den Wünschen der Betroffenen entsprechendes Gedenken an die
verlorenen Freunde und Familienmitglieder stattgefunden.

Inzwischen ist deutlich geworden, dass der Aufklärung im NSU-Prozess
enge Grenzen gesetzt werden, um zentrale Fragen darin nicht zu
verhandeln: Wer gehört(e) zum NSU-Netzwerk und welche Rolle spielt der
Verfassungsschutz darin? Welche institutionellen Voraussetzungen
ermöglichten es dem NSU über so viele Jahre unbehelligt zu morden und
Bombenanschläge zu verüben, während die Angehörigen der Mordopfer in
Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund und Kassel sowie die
Betroffenen der Bombenanschläge in Köln, über Jahre hinweg
kriminalisiert und öffentlich verdächtigt wurden?

Gedenken wir den Opfern des rassistischen Terrors!
Lasst uns die Namen der Opfer am 4. November gemeinsam sichtbar machen!

Die bundesweite Straßenumbenennung wurde vom Bündnis der Initiativen aus
Köln, Kassel, Nürnberg, München, Hamburg, Rostock sowie aus Berlin
initiiert.

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