One World Festival vom 20.-23.11. im Kino Arsenal

ONE WORLD BERLIN

ID WITHOUT COLORS, 2013

2014 findet zum zehnten Mal das ONE WORLD BERLIN Human Rights Film Festival statt. Vom 20. bis 23.11. sind vier Programme zu sehen. RegisseurInnen, MenschenrechtlerInnen und ExpertInnen begleiten das Programm mit Diskussionen und Gesprächen.

1971 von Johanna Hamilton eröffnet das Festival am 20.11. Ab Anfang der 70er Jahre werden FBI-Informanten und Provokateure bei Antikriegsprotesten immer präsenter; die Bewegung sollte diskreditiert und zersetzt werden. Die „Citizens‘ Commission to Investigate the FBI“ entwendete sämtliche Akten eines Regionalbüros in Media, Pennsylvania und machte diese für Journalisten verfügbar. Dadurch flog auf, dass sich das FBI für die verfassungswidrige Überwachung von Andersdenkenden missbrauchen ließ. Über 40 Jahre danach brechen die Vorläufer von Wikileaks und Edward Snowden ihr Schweigen über die Ereignisse.

Zur Hymne gegen die Besatzung der Tschechoslowakei und für den „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ wurde „Modlitba pro Martu“, gesungen von Marta Kubišová. Mit ihrer betörenden Altstimme wurde sie zur populärsten Sängerin der ČSSR, der internationale Durchbruch stand kurz bevor. Stattdessen folgten fast zwei Jahrzehnte Berufsverbot, Überwachung und Verbannung, weil Kubišová konsequent Position gegen die „Normalisierung“, den Widerruf der Reformen des Prager Frühlings, bezogen hat. Olga Sommerovás Dokumentarfilm MAGICKÝ HLAS REBELKY (Magic Voice of a Rebel, 23.11.) porträtiert eine Künstlerin, die für ihre Ideale ohne jegliche Selbstgerechtigkeit eingetreten ist.

ID WITHOUT COLORS (21.11.) von Riccardo Valsecchi untersucht die Verbreitung von „racial profiling„. 2012 erklärte das Verwaltungsgericht in Koblenz Personenkontrollen der Bundespolizei in Zügen aufgrund der Hautfarbe für zulässig. Noch im selben Jahr wurde das Urteil revidiert, VertreterInnen der Polizei bemängelten jedoch, dass sie dieses „Erfahrungswissen“ nicht mehr in ihrer Arbeit einsetzen können. Valsecchi interviewt Betroffene, Polizeiangehörige und Rechtsexperten.

In ihrem neuen Film DEN PODEBY (Victory Day, 22.11.) lässt Alina Rudnitskaya russische Schwule und Lesben über die Auswirkungen des neuen Anti-Homosexuellen-Gesetzes auf ihr Leben erzählen, während draußen die Militärparade den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg feiert. Die Queer Community dagegen muss mit täglichen Niederlagen umgehen.

Am 24.11. um 19 Uhr wird im Tschechischen Zentrum (Wilhelmstr. 44, 10117 Berlin) der Dokumentarfilm KAUZA CERVANOVÁ (Normalization) in Anwesenheit des Regisseurs Robert Kirchhoff gezeigt. Information und Anmeldung unter berlin.czechcentres.cz.

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