Nazis rufen zu Gegenaktion zu Antifa-Kundgebung auf — Kundgebung gegen NS-Black-Metal am 31.10.2014 Plänterwald

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[B] Nazis rufen zu Gegenaktion zu Antifa-Kundgebung auf
Created by: Antifa. Created on: 26.10.2014 – 16:59. Date: Friday, 31.
October 2014 – 17:00.
Nazimusik den Saft abdrehen! Das Berliner NS Black-Metal Netzwerk
zerschlagen!

Antifa-Kundgebung am Freitag vor Berliner Neonazi-Versand geplant. Nazis
mobilisieren zu Gegenkundgebung.

Am kommenden Freitag ist eine Antifa-Kundgebung gegen den Naziversand
von Hendrik Möbus („Satansmörder von Sondershausen“) und Christian
Schöndorfer in Berlin-Plänterwald geplant. Beide sind führende Köpfe
eines Berliner Netzwerks von Black-Metal Nazis (sog. NSBM – National
Socialist Black-Metal). Eine Broschüre hat diese Zusammenhänge vor
einigen Wochen aufgedeckt.

Seitdem kam es zu verschiedenen Aktionen gegen Protagonisten dieses
Kreises. Hintergrund der Kundgebung am Freitag ist der anstehende
Jahrestag der NSU-Selbstenttarnung. Im Aufruf heißt es: „Der dritte
Jahrestag ist für uns Anlass, auf einen Neonazi aufmerksam zu machen,
der aus demselben Thüringer Dunstkreis entstammt, damals in den selben
Kreisen aktiv war und bis heute in der Szene – mittlerweile in Berlin –
wichtige Funktionen übernimmt: Hendrik Möbus.“ Auch im örtlichen
Bezirksparlament kam das Thema in der letzten Sitzung auf die
Tagesordnung. Der eng mit Möbus und Schöndorfer befreundete
NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke schäumte vor Wut und brabbelte
etwas von „linksextremen Straftaten“.

Auf den zunehmenden Druck von antifaschistischer Seite reagieren Möbus
und Schöndorfer bisher relativ hilflos. Am Dienstag präsentierte
Schöndorfer ein „NSBM gegen Antifa“-Shirt das demnächst im „Merchant of
Death“-Versand, gegen den sich die Antifa-Kundgebung richtet, vertrieben
werden soll.

Seit Mittwoch existiert nun eine von Christian Schöndorfer erstellte
Facebook-Seite, die zu einer Kundgebung gegen die Antifa-Aktion am
Freitag mobilisiert. Unter dem Namen „Gegen linksextreme Gewalt in
Plänterwald“ wird in einem wirren Aufruf beklagt: „Die so genannte
„Antifa“ – in diesem Fall, das Antifaschistische Bündnis Süd-Ost Berlin
(ABSO) – will darüber bestimmen, wer in Plänterwald wohnen und arbeiten
darf“ und wolle den „Machtanspruch der „Antifa“ auch in dieser
Nachbarschaft geltend“ machen. Unterstützt wird die Seite von Hendrik
Möbus, der Berliner RNF-Vorsitzenden Maria Fank, dem NSBM-Nazi Dennis
Weber und der rassistischen „Bürgerinitiative Treptow-Köpenick“, mit der
Nazis wie in anderen Bezirken versuchen anonym gegen Asylunterkünfte zu
hetzen.

Ob Möbus und Schöndorfer selbst zugegen sein werden, wird sich zeigen,
da die beiden zusammen am Tag darauf ein Konzert („Hot Shower Fest pt. 3
1/3 “) in Trezzano sul Naviglio bei Mailand mit mehreren NSBM-Bands
mitorganisieren. Schon zuvor veranstalteten die beiden mit italienischen
Hammerskins und dem Sänger der NS Black-Metal Band „Frangar“ in der
Region Konzerte.

Die Reaktion auf die Antifa-Kundgebung beweist einmal mehr die enge
Verwobenheit von Möbus und Schöndorfer mit der militanten Berliner
Neonaziszene, die sie schon zuvor logistisch unterstützt haben und von
der sie sich jetzt scheinbar Unterstützung erhoffen. Es zeigt aber auch,
wie richtig eine Kundgebung gegen den Versand an diesem Ort ist, wo sie
jahrelang ungestört ihre menschenverachtende Nazipropaganda vertreiben
konnten.

Die Nazis mobilisieren zu 17 Uhr nach Plänterwald zur Kreuzung
Köpenicker Landstraße/Dammweg. Unweit davon findet ebenfalls um 17 Uhr
die Antifa-Kundgebung vor Möbus Versandhandel statt (Köpenicker
Landstraße zwischen Dammweg und Eichbuschallee). Da unklar ist, ob und
wie die Nazis da positioniert werden, kommt zahlreich und am besten in
Gruppen.

Und am Tag darauf zur Demo „NSU-Terror: Staat und Nazis Hand in Hand –
Rassismus in der Gesellschaft bekämpfen!“ um 13.30 Uhr an U-Bahnhof
Gesundbrunnen/Hanne-Sobek-Platz in Berlin-Wedding
http://buendnisgegenrassismus.org/2014/10/demo-am-1-november-2014-um-1330-u-bahnhof-gesundbrunnenhanne-sobek-platz-berlin/


http://abso.blogsport.de/2014/10/15/kundgebung-am-31-10-in-plaenterwald-nazimusik-den-saft-abdrehen-das-berliner-ns-black-metal-netzwerk-zerschlagen/

Kundgebung am 31.10. in Plänterwald: Nazimusik den Saft abdrehen – Das
Berliner NS Black-Metal Netzwerk zerschlagen
15. Oktober 2014
in Artikel

Kundgebung am 31.10.2014 – 17 Uhr – bei Möbus Naziversand (unweit
Bushaltestelle Köpenicker Landstraße/Dammweg [Linien 166, 167] auf dem
Mittelstreifen – S-Bhf. Plänterwald)

Anfang November jährt sich zum dritten Mal die Selbstenttarnung des
Terrornetzwerkes „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), das 13
Jahre lang ungehindert von staatlichen Institutionen mindestens zehn
Morde begehen konnte und durch Bombenanschläge zahlreiche Menschen
verletzte. Im Zuge der Aufdeckungen wurde deutlich, dass während der
Ermittlungen ein rassistisches Motiv und Neonazis als Täter konsequent
ausgeblendet wurden und stattdessen die Opfer und ihre Angehörigen durch
die staatlichen Institutionen auf rassistischer Weise einer
Kriminalisierung ausgesetzt waren. Die Taten waren möglich, obwohl
mehrere „Sicherheitsbehörden“ im direkten Umfeld bezahlte Spitzel
hatten, da der NSU keineswegs eine isolierte Zelle aus drei Personen,
sondern ein mit der militanten Neonaziszene in Thüringen und Sachsen eng
verwobenes Netzwerk war. Der dritte Jahrestag ist für uns Anlass, auf
einen Neonazi aufmerksam zu machen, der aus demselben Thüringer
Dunstkreis entstammt, damals in den selben Kreisen aktiv war und bis
heute in der Szene – mittlerweile in Berlin – wichtige Funktionen
übernimmt: Hendrik Möbus.

In Berlin-Plänterwald betreibt der verurteilte Mörder Möbus zusammen mit
seinem Kameraden Christian Schöndorfer einen Neonaziversand mit dem
Namen „Merchant of Death“, in dem diverse Tonträger aus dem Bereich des
sogenannten „National Socialist Black Metal“ (NSBM) vertrieben werden.
Der NSBM ist eine neonazistische Variante des Black Metal, mit dem
Neonazis versuchen in dieser Musikszene ihre rassistischen,
antisemitischen und NS-verherrlichenden Inhalte zu verbreiten. Wie
antifaschistische Recherchen vor kurzem aufgedeckt haben, ist Möbus
allerdings nicht nur ein rechter Versandhändler mit mehrjähriger
Hafterfahrung (wegen der Ermordung eines Mitschülers 1993 und diversen
rechten Straftaten) sondern auch Kopf eines rechten Netzwerkes mit
besten Verbindungen zur militanten Berliner Neonaziszene und der NPD,
für die er auch Propagandamaterial herstellte. Zudem verfügt Möbus über
diverse Auslandskontakte und tritt europaweit als Veranstalter von
Neonazikonzerten in Erscheinung.

Nach seiner ersten Haftstrafe wegen Mordes 1998 gründete Möbus einen
Neonaziverein, der eng mit dem „Thüringischen Heimatschutz“ (THS)
kooperierte, in dem Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe aktiv waren. Nachdem
Möbus mehrere rechte Straftaten beging und wieder eine Festnahme drohte,
floh er in die USA. Dort tauchte er bei dem lokalen Neonaziführer
William Pierce unter, dem Autor des in rechten Kreisen populären Romans
„Die Turner Tagebücher“. Dieses rassistische Pamphlet gilt als Blaupause
für den NSU, da dort detailliert das Leben und terroristische Wirken
einer Neonazizelle im Untergrund beschrieben wird und es deutliche
Parallelen zum NSU offenbart. Mindestens zwei Angeklagte im Münchener
NSU-Prozess – Ralf Wohlleben und Andre Eminger – besaßen deutsche
Ausgaben dieses Romans.

Möbus wurde schließlich 2000 aufgespürt und in den USA verhaftet. Die
rechte Szene versuchte ihn zu unterstützen: In Untergrundzeitschriften
aus dem unmittelbaren NSU-Umfeld erschienen Spendenaufrufe für Möbus,
der Chef des „Thüringer Heimatschutz“ und V-Mann Tino Brandt flog sogar
extra in die USA. Erst 2007 kam Möbus wieder auf freien Fuß und zog nach
Berlin. Hier baute er sein Netzwerk aus und sein Geschäft zusammen mit
Christian Schöndorfer auf. Schöndorfer stammt auch aus der rechten Szene
Thüringens und war zusammen mit Möbus in Haft. Auch er hat Verbindungen
zum NSU: Er ist mit Stefan Apel, dem Cousin von Beate Zschäpe
befreundet, der als Teil der Clique bis zum Untertauchen der Terroristen
in der rechten Szene verkehrte und noch heute Sympathien für rechte
Parolen hat.

Aus diesem Grund wollen wir am Freitag, einen Tag vor der Demonstration
„NSU-Terror: Staat und Nazis Hand in Hand – Rassismus in der
Gesellschaft bekämpfen!“ in Berlin gegen den rechten Versandhandel von
Möbus und Schöndorfer vor dessen Sitz in Berlin-Plänterwald
demonstrieren. Hier wird die Propaganda gelagert und verschickt, von
hier koordiniert Möbus sein Netzwerk und von hier organisiert er seine
europaweiten Konzerte.

Gegen Rassismus und Neonazismus – Gegen Nazipropaganda im Black Metal –
Im Gedenken an die Opfer des NSU!

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