Für den 8. August 2014 rufen Initiativen ab 17.30 Uhr zu einer Kundgebung am Freibad Plötzensee auf

Pressemitteilung
Ressorts: /Berlin/Regionales/Politik
Berlin, den 30.07.2014
Berlin: Todesfall im Freibad Plötzensee – War Rassismus das Motiv?

Pressekontakt: 015730749242 | nea@riseup.net | www.antifa-nordost.org
Für Freitag, den 8. August 2014, rufen Initiativen ab 17.30 Uhr zu einer
Kundgebung am Freibad Plötzensee auf.

Vor zwei Wochen ertrank Anneck E. (36) aus Kamerun im Plötzensee. Trotz
Aufforderung dem Ertrinkenden zu helfen kam Mike Z., der Bademeister des
Freibad Plötzensee, der Bitte um Hilfe nicht nach.

Mike Z. – Schwimmmeister mit rechter Vergangenheit

Z. ist bekannter Neonazi. Er war in führender Position in der Neuköllner
NPD tätig, später auch bei der Kameradschaft „Freie Nationalisten Berlin
Mitte“, die durch eine Serie von Sachbeschädigungen, Propagandaaktionen
und Gewalttaten in Erscheinung trat.

Erik Müller, der Schwimmbadbetreiber, behauptete im letzten Sommer, Z. sei
2011 als geläuterter Neonazi zum Freibad-Team dazugestoßen. Video- und
Bildbelege beweisen jedoch das Gegenteil. Bereites 2010, also während Mike
Z. noch an rechten Aufmärschen teilnahm, beschäftigte ihn das Freibad
Plötzensee als Schwimmmeister.

Mike Z. hatte das spätere Opfer und dessen Freunde bereits zuvor am
gegenüberliegenden Ufer bemerkt. Von daher war ihm bewusst dass es sich
bei den Feiernden um nichtdeutsche Menschen handelte.
Mike Z. ist nie glaubhaft aus der Neonaziszene ausgestiegen, hat sich
weder von rechter Ideologie distanziert, noch hat er Informationen aus der
rechten Szene offengelegt oder sich bei seinen Opfern entschuldigt. Die
Unfallstelle ist kaum 100 Meter vom Freibad entfernt. Der Verdacht, dass
Mike Z. absichtlich keine Hilfe leistete bleibt für viele Menschen im
Wedding darum bestehen.

Verfahren eingestellt – Fall geklärt?

Kurz vor der letzten Kundgebung am 1. August ließen Berliner Polizei und
Staatsanwaltschaft verlauten, dass Mike Z. kein schuldhaftes Verhalten
beim Ertrinken Annecks nachzuweisen wäre und dass alle gegensätzlichen
Behauptungen als Verleumdungen verfolgt werden. Auf diese Weise soll eine
kritische Arbeit zu dem Fall erschwert werden. So wurde Verantwortlichen
der Kundgebungen quasi Sprechverbote zur Thematik erteilt. Gut ins
Gesamtbild passt auch das Verhalten der eingesetzten Beamten während der
Kundgebung am 1. August. Kerzen und Blumen wurden an der Unfallstelle
umgetreten und später beseitigt. Auch der Einsatzleiter äußerte sich laut
Zeugenaussagen rassistisch.

Die Ermittlungen gegen Mike Z. wegen unterlassener Hilfeleistung wurden
mittlerweile eingestellt. Die Frage „War Rassismus das Motiv?“ bleibt für
uns jedoch bestehen.

Das Freibad Plötzensee geriet in der Vergangenheit immer wieder in die
Schlagzeilen wegen rassistischen Vorfällen.

An der Kundgebung am vergangenen Freitag beteiligten sich 30 Menschen. Für
den 8. August rechnen die VeranstalterInnen mit rund 50 TeilnehmerInnen.
Ausgerichtet wird die Aktion von antirassistischen und antifaschistischen
Gruppen aus Berlin und Wedding.
Hiermit möchten wir PressevertreterInnen am 8. August 2014 zur Kundgebung
am Freibad Plötzensee (Nordufer 26) einladen. Beginn der Kundgebung ist
17.30 Uhr.

Hintergrund-Artikel
http://www.recherche-und-aktion.net/2014/07/verharmlosen-und-wegschauen-toedlicher-badeunfall/
http://www.recherche-und-aktion.net/2013/08/freibad-ploetzensee-beschaeftigt-neonazi/
http://www.recherche-und-aktion.net/2014/08/keine-ermittlungen-kein-rassismus/

Aktionen:
https://linksunten.indymedia.org/node/119455
https://linksunten.indymedia.org/de/node/119918





-- 
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