17.12., 20h, Film: Verweigerte Solidarität. Das Beispiel Ford-Streik 1973

Der K-Fetisch organisiert folgende Veranstaltung am Di, 17.12., um 20h, Wildenbruchstr. 86, 12045 Berlin:

Geschichten (anti-)rassistischer Erschütterungen #1: Verweigerte Solidarität. Das Beispiel Ford-Streik in Köln von 1973

„Man erkämpfte sich seine Würde zurück. In dem Betrieb wurde getanzt, gesungen und in großen Gruppen zu hunderten agitiert, diskutiert und gelacht. Viele deutsche Kollegen solidarisierten sich, feierten mit, merkten aber dann schnell, dass die Gewerkschaft nicht hinter ihnen stand. Meist verdrückten sie sich, gingen nach Hause und warteten die Nachrichten ab.“

Filmvorführung:

„Diese spontane Arbeitsniederlegung war nicht geplant“ (BRD 1982, 45min, Regie: Thomas Giefer, Klaus Baumgartner, Yüksel Ugurlu)

danach Gespräch mit dem Regisseur.

Der Aufstand migrantischer Arbeiter_innen im Jahr 1973 traf die deutsche Gesellschaft, die Gewerkschaften und einen großen Teil der Linken völlig überraschend. Weit über 300.000 Menschen beteiligten sich an über 300 wilden Streiks quer durch die Republik. Einen Höhepunkt erfuhr die Streikbewegung im August 1973 in Köln, als mehrere tausend vor allem türkische Gastarbeiter_innen für einige Tage das Werk besetzt hielten. Die rassistische Segregation ihrer Arbeits- und Wohnverhältnisse stand im Brennpunkt der Aufstände. Die Medien flankierten die Repression durch Polizei und deutsche Schlägerbanden mit Schlagzeilen wie „Türken greifen nach der Macht“.

Die Dokumentation „Diese spontane Arbeitsniederlegung war nicht geplant“ vermittelt einen Eindruck vom Streik und zeigt, wie einige der Protagonisten diesen rückblickend bewerteten. Welche verschiedenen Perspektiven gibt es auf soziale Auseinandersetzungen? Wie verändern rassistische Spaltungen aktuelle Kämpfe? Wie können diese überwunden und neue Bündnisse geschmiedet werden?

Geschichten (anti-)rassistischer Erschütterungen

Nicht erst die anhaltende Sprachlosigkeit antifaschistischer/antirassistischer Aktivist_innen anlässlich des Bekanntwerdens der Mordserie des NSU ist Ausdruck der Notwendigkeit, Rassismus innerhalb der Linken zu reflektieren und dagegen anzuarbeiten. Viele Geschichten emanzipatorischer Kämpfe in Deutschland zeigen, dass diese Notwendigkeit schon lange besteht. In der losen Veranstaltungsreihe wird solchen Spuren rassistischer Spaltungsbewegungen und ihren Widerständen nachgegangen. Die Geschichten sollen Ausgangspunkte für Diskussionen über mögliche radikale soziale und politische Bündnisse heute bieten.

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